Sparkassen bieten ab heute Echtzeit-Überweisungen

Ab heute, 10. Juli 2018 können Kunden der Sparkassen Geld in Echtzeit überweisen. Bislang bot diesen Service in Deutschland nur die HypoVereinsbank HVB an. Ob Online-Banking oder Mobile-Banking, Kunden haben die Wahl zwischen der herkömmlichen Überweisung und dem sekundenschnellen „Instant Payment“. Die Echtzeit-Überweisung funktioniert nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV zunächst innerhalb von 15, später dann in allen 34 SEPA-Ländern.

DSGV Instant Payment SEPA-Laender
Quelle: DSGV

Der Höchstbetrag für eine Echtzeit-Überweisung liege derzeit bei 15.000 Euro, der Service ist an allen Tagen rund um die Uhr verfügbar. Die Überweisung muss  innerhalb von 10 Sekunden beim Empfänger sein.  Voraussetzung für die Echtzeit-Überweisung ist, dass auch die Bank des Zahlungsempfängers an diesem Verfahren teilnimmt. Ist das Geld beim Empfänger angekommen, werden Absender und Empfänger benachrichtigt.

Ob dieser Instant-Payment-Service etwas kostet, entscheidet jede Sparkasse selbst. Die Kasseler Sparkasse bietet diesen Service je nach Kontomodell ab 0 Euro, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf verlangt dafür grundsätzlich 50 Cent, die Sparkasse Gießen 1,00 Euro und die Sparkasse Hannover sogar 2,00 Euro und für die Gutschrift einer Echtzeit-Überweisung je nach Kontomodell zum Beispiel 0,35 Euro. Ob Kunden für Echtzeit-Überweisungen einen anderen, höheren Preis als für konventionelle Überweisungen dauerhaft akzeptieren und ob die Extra-Gebühren für eine breitere Nutzung des Verfahrens im Privatkundenmarkt sorgen, bleibt abzuwarten.

Die Vorteile des neuen Verfahrens sind aus meiner Sicht insbesondere die Geschwindigkeit des Zahlungsvorgangs, die im Vergleich zum Bargeld sicherere Abwicklung und die Bestätigungsnachricht für Absender und Empfänger. Das Produkt Instant-Payment hat aber auch Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse der Beteiligten. Denn wenn Kunden ihr Geld schnell bezahlen, müssen Waren- oder Dienstleistungsanbieter die Ware entsprechend schnell versenden oder den Service freischalten.

Weitere Informationen zum Echtzeit-Überweisungs-Verfahren der Sparkassen in der Pressemitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV und in der Süddeutschen Zeitung „Sparkassen – In zehn Sekunden„.

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Kwitt wird gemeinsame Bezahl-App der Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Das bisherige Peer-to-Peer-Bezahlverfahren der Volks- und Raiffeisenbanken „Geld senden & anfordern“ und das Verfahren der Sparkassen „Kwitt“ werden zusammengeführt und werden unter dem gemeinsamen Markennamen „Kwitt“ angeboten. Die neue Webseite kwitt.de nennt schon beide Partner, verlinkt derzeit jedoch noch auf die getrennten Angebotsseiten im Netz.

Seit Mitte Februar ist es möglich, dass sich die Kunden der Sparkassen und der Kreditgenossenschaften untereinander über das Smartphone Geld schicken. Jetzt ist diese Zusammenführung offiziell. In gleichlautenden Presseerklärungen informierten der Deutsche Sparkassen- und Giroverband DSGV und der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken BVR über diesen Schritt. Weitere Kooperationspartner könnten folgen, sei es aus dem Kreis der Kreditinstitute oder auch von dritter Seite. Schon die Zweierkooperation zeichnet sich durch ein hohes Reichweitenpotenzial aus: rund 70 Prozent aller Girokonten in Deutschland werden bei Sparkassen und den Kreditgenossenschaften geführt (Quelle: Statista GmbH (staista.com); per 2016)

Kwitt ist ein Handybezahlverfahren, mit dem Kunden Geldbeträge schnell und einfach von Handy zu Handy schicken. Was man neben dem Konto bei einer Sparkasse oder Volks- und Raiffeisenbank noch dazu braucht ist ein Smartphone mit der installierten App und die Handynummer des Zahlungsempfängers. Bei Beträgen unter dreißig Euro erfolgt die Zahlung sogar grundsätzlich ohne TAN-Eingabe. Auch umgekehrt funktioniert die Anwendung: mit Kwitt kann auch Geld angefordert werden. Eine praktische Funktion, um andere ans Rückzahlen zu erinnern. Den „Erklärfilm“ dazu gibt es auf dem Youtube-Kanal der Sparkassen unter „Ruckzuck ist einfach: Kwitt„.