Aufgeschnappt… „Das Ende einer Ära“

Eigentlich kein großes Ding: bald wird es einen Versandhauskatalog weniger geben. Andererseits klingt das wie das Ende einer Ära: Das Versandhaus Otto stellt nach fast siebzig Jahren den Otto-Katalog ein. Was sagt das Verschwinden eines solch bekannten Symbols des deutschen Wirtschaftswunders über unsere Gesellschaft aus? Zum einen, dass alles bleibt wie es war: das Ende der Fachgeschäfte wurde einst mit dem Aufkommen der Versandhauskataloge prognostiziert, heute eben mit dem Onlinehandel. Zum anderen, dass sich tatsächlich viel verändert: Einkaufen wird nebensächlicher, Digitalisierung macht die einst beliebte Samstags-Shopping-Tour unbedeutender und das Bestellen aus einem dicken Katalog unattraktiver.

Ein Nachruf auf den Versandhauskatalog von Jochen G. Fuchs auf http://www.t3n.de: Ende einer Ära: Was das Ende des Otto-Kataloges über unsere Gesellschaft aussagt

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Sparkassen bieten ab heute Echtzeit-Überweisungen

Ab heute, 10. Juli 2018 können Kunden der Sparkassen Geld in Echtzeit überweisen. Bislang bot diesen Service in Deutschland nur die HypoVereinsbank HVB an. Ob Online-Banking oder Mobile-Banking, Kunden haben die Wahl zwischen der herkömmlichen Überweisung und dem sekundenschnellen „Instant Payment“. Die Echtzeit-Überweisung funktioniert nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV zunächst innerhalb von 15, später dann in allen 34 SEPA-Ländern.

DSGV Instant Payment SEPA-Laender
Quelle: DSGV

Der Höchstbetrag für eine Echtzeit-Überweisung liege derzeit bei 15.000 Euro, der Service ist an allen Tagen rund um die Uhr verfügbar. Die Überweisung muss  innerhalb von 10 Sekunden beim Empfänger sein.  Voraussetzung für die Echtzeit-Überweisung ist, dass auch die Bank des Zahlungsempfängers an diesem Verfahren teilnimmt. Ist das Geld beim Empfänger angekommen, werden Absender und Empfänger benachrichtigt.

Ob dieser Instant-Payment-Service etwas kostet, entscheidet jede Sparkasse selbst. Die Kasseler Sparkasse bietet diesen Service je nach Kontomodell ab 0 Euro, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf verlangt dafür grundsätzlich 50 Cent, die Sparkasse Gießen 1,00 Euro und die Sparkasse Hannover sogar 2,00 Euro und für die Gutschrift einer Echtzeit-Überweisung je nach Kontomodell zum Beispiel 0,35 Euro. Ob Kunden für Echtzeit-Überweisungen einen anderen, höheren Preis als für konventionelle Überweisungen dauerhaft akzeptieren und ob die Extra-Gebühren für eine breitere Nutzung des Verfahrens im Privatkundenmarkt sorgen, bleibt abzuwarten.

Die Vorteile des neuen Verfahrens sind aus meiner Sicht insbesondere die Geschwindigkeit des Zahlungsvorgangs, die im Vergleich zum Bargeld sicherere Abwicklung und die Bestätigungsnachricht für Absender und Empfänger. Das Produkt Instant-Payment hat aber auch Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse der Beteiligten. Denn wenn Kunden ihr Geld schnell bezahlen, müssen Waren- oder Dienstleistungsanbieter die Ware entsprechend schnell versenden oder den Service freischalten.

Weitere Informationen zum Echtzeit-Überweisungs-Verfahren der Sparkassen in der Pressemitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV und in der Süddeutschen Zeitung „Sparkassen – In zehn Sekunden„.

Alipay: Bezahlsystem aus China

Online-Bezahlsystem sind interessant, für Betreiber genauso wie für Kunden. Paypal ist hier sicher eines der bekanntesten Beispiele. Die Antwort aus China auf Paypal & Co.  China heißt Alipay und gehört zum chinesischen Internet-Riesen Alibaba. Selbst in den von Alibaba betriebenen Supermärkten kann mit Alipay bezahlt werden. Kein Wunder also, dass schon hunderte Millionen Chinesen mit Smartphone und Alipay bezahlen sollen. Mehr dazu im Artikel von Hendrik Ankenbrand auf http://www.faz.net: „Chinas Antwort auf Paypal„.

Geldabheben am Geldautomat als gemeinsames Angebot der Banken?

Cash is King. Bargeld genießt in Deutschland nach wie vor hohen Stellenwert beim Bezahlen. Und so gehört der Gang zum Geldautomaten zu den Routinegängen vieler Bankkunden. Doch wehe man hebt Bargeld bei einem Automaten ab, der nicht zum Netzwerk des Banken- oder Sparkassenverbundes gehört, bei dem das eigene Girokonto geführt wird. Das kann schnell teuer werden.

Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING-Diba AG denkt nun laut über ein gemeinsames Angebot deutscher Banken für das Geldabheben am Automaten nach. Er sieht darin Vorteile sowohl für Kunden als auch für die Banken. Sicher wäre es für Kunden günstiger und einfacher, doch ob er mit seinem Vorschlag die Spitzenvertreter der Wettbewerber überzeugt, halte ich momentan eher für unwahrscheinlich. Mehr über Nick Jues Vorschlag im Artikel auf faz.net vom 4. Dezember 2017 „Weniger Konkurrenz am Geldautomaten wäre im Kundensinn“.

Kunden und ihr seltener Weg zur Hausbank

Sieben von zehn Kunden brauchen laut einer Umfrage des Beratungshauses Emotion Banking für das Handelsblatt eigentlich keine Bankfiliale mehr in ihrer Nähe. Ein Fünftel der Befragten nutzen Bankfilialen gar nicht, etwa die Hälfte aller Befragten besuchen ihre Bankfiliale nur selten. Banken und Sparkassen reagieren auf diese Entwicklung unter anderem mit der Reduzierung ihrer Filialen. Das Handelsblatt kommt auf fast 700 Filialschließungen pro Jahr seit 2000.

Während Kunden immer seltener zu Ihrer Bank oder Sparkasse gingen, nähme gleichzeitig die Treue zu den Instituten nach. Daraus folgt eine zunehmende Bereitschaft der Kunden, ihre Bankverbindung zu wechseln oder weitere Bankverbindungen aufzunehmen.

Das geändertes Kundenverhalten, die seltener werdenden Kundenbesuche und die abnehmende Loyalität zur Hausbank stellen Banken und Sparkassen vor Probleme. Sie wollen ihre Kunden halten oder sogar neue Kunden gewinnen und müssen gleichzeitig in Digitalisierung investieren, Prozesse optimieren und dennoch ihre Kosten senken oder wenigstens halten. Kein leichtes Unterfangen, das insgesamt noch mehr Bewegung in die Beziehung zwischen Kunden und Banken und Sparkassen bringen wird.

Mehr über die Studienergebnisse im Bericht von Michael Maisch und Roman Tyborski im Handelsblatt unter: Banken: Das langsame Sterben der Filiale

Zugriff von Nicht-Banken auf Kontodaten

Bank- und Kontodaten behandeln viele Deutsche wie ein streng zu hütendes Geheimnis. Doch wenn es um’s einfache Bezahlen geht, fällt anscheinend die Hemmung, Kontodaten an Dritte weiterzugeben. Eine Studie der Beratungsgesellschaft PwC kommt zum Ergebnis, dass zwei von drei Deutschen Nicht-Banken den Zugriff auf ihr Kontodaten gestatten würden.

Quelle: faz.net Online-Banking: Deutsche vertrauen auch Nicht-Banken

Haspa gründet Beratungsgesellschaft

Auch Banken und Sparkassen diskutieren über neue Geschäftsmodelle. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) erweitert nun ihr Produktangebot für den Mittelstand und tritt mit einer unabhängigen Unternehmensberatung am Markt auf. Gemeinsam mit der Mittelstandsberatung Naves Corporate Finance GmbH gründete sie die CFC Corporate Finance Contor GmbH und bietet neben Finanzierungsberatung Leistungen zu Unternehmenskäufen und zur Unternehmensnachfolge an. Die Haspa will diese Leistungen mittelfristig auch anderen Sparkassen anbieten.

Quellen: Sparkassenzeitung „Neue Erlösquellen“ und Haspa Pressemitteilung

Strengere Vorschriften mit dem neuen Geldwäschegesetz

Zum 26. Juni 2017 ist das neue Geldwäschegesetz in Kraft getreten, es wurde am 23. Juni im Bundestag beschlossen und am 24. Juni im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das neue Gesetz führt zu einer Reihe von Änderungen für Banken, Sparkassen und weitere Finanzdienstleister aber auch für Unternehmen aus anderen Branchen. So sind zum Beispiel insbesondere Handwerksbetriebe und Händler betroffen: Autohändler, Juweliere und andere Händler hochpreisiger Waren sind nun schon bei Barbeträgen ab 10.000 Euro anstatt zuvor 15.000 Euro dazu verpflichtet, die Identifizierung der Geschäftspartner vorzunehmen.

Die Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz muss grundsätzlich mit einem Ausweis oder Pass vorgenommen werden, bei juristischen Personen anhand eines Auszugs aus einem amtlichen Register. Die Daten müssen notiert oder das Dokument muss kopiert werden, die Unterlagen sind fünf Jahre lang aufzubewahren. Neu ist auch die Einrichtung eines zentralen elektronischen Transparenzregisters, in dem die Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten in Unternehmen einsehbar sind. Außerdem wird aus der Zentralstelle für Verdachtsmeldungen beim Bundeskriminalamt (BKA) wird die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen bei der Generalzolldirektion, die ihrerseits dem Bundesfinanzministerium untersteht. Die nationalen Zentralen Meldestellen werden sich EU-weit vernetzen. Verstöße gegen das Geldwäschegesetz können teuer werden, das Bußgeld wird zum Beispiel bei schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen von bisher maximal 100.000 Euro auf 1 Million Euro erhöht. Bußgeldverfahren können künftig im Internet veröffentlicht werden, die so genannte „Prangervorschrift“.

Weitere Informationen zum neuen Geldwäschegesetz unter…

 

Europäischer Standard für Zugang zu Bankkonten geplant

Mit einem neuen offenen europäischen Standard für Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces, API) sollen Drittanbieter bei der Bereitstellung von Lösungen für Zahlungsstandards unterstützt werden. Ziel des gemeinsamen Standards ist es, die Komplexität des Kontenzugriffsverfahrens zu reduzieren und einen europaweit sicheren Zugang zu Bankkonten und Finanzdaten einzuräumen.

Quelle: Deutsche Kreditwirtschaft plant europäischen Standard für Zugang zu Bankkonten – IT Finanzmagazin

Führt Filialabbau zu weniger Kunden?

Viele deutsche Banken und Sparkassen reduzieren ihre Präsenz in der Fläche. Filialen werden geschlossen, mit anderen Filialen zusammengelegt oder in Automatenzweigstellen umgestaltet. So verringerte sich die Zahl an Zweigstellen laut Statistik der Deutschen Bundesbank allein in den letzten Jahren von über 36.000 im Jahr 2012 auf etwa 34.000 Filialen Ende 2015 (Quelle: Deutsche Bundesbank, Bankstellenbericht 2015).

Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen bringt nachdenkliche Töne in diese Entwicklung ein. Er ist davon überzeugt, dass jede Filiale, die geschlossen wird, zu einem Rückgang der Kunden führen werde. Mehr dazu im Interview von Peter Müller im Managermagazin der Sparkassen-Finanzgruppe unter: „Filialabbau ist Kundenabbau“

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