Kunden und ihr seltener Weg zur Hausbank

Sieben von zehn Kunden brauchen laut einer Umfrage des Beratungshauses Emotion Banking für das Handelsblatt eigentlich keine Bankfiliale mehr in ihrer Nähe. Ein Fünftel der Befragten nutzen Bankfilialen gar nicht, etwa die Hälfte aller Befragten besuchen ihre Bankfiliale nur selten. Banken und Sparkassen reagieren auf diese Entwicklung unter anderem mit der Reduzierung ihrer Filialen. Das Handelsblatt kommt auf fast 700 Filialschließungen pro Jahr seit 2000.

Während Kunden immer seltener zu Ihrer Bank oder Sparkasse gingen, nähme gleichzeitig die Treue zu den Instituten nach. Daraus folgt eine zunehmende Bereitschaft der Kunden, ihre Bankverbindung zu wechseln oder weitere Bankverbindungen aufzunehmen.

Das geändertes Kundenverhalten, die seltener werdenden Kundenbesuche und die abnehmende Loyalität zur Hausbank stellen Banken und Sparkassen vor Probleme. Sie wollen ihre Kunden halten oder sogar neue Kunden gewinnen und müssen gleichzeitig in Digitalisierung investieren, Prozesse optimieren und dennoch ihre Kosten senken oder wenigstens halten. Kein leichtes Unterfangen, das insgesamt noch mehr Bewegung in die Beziehung zwischen Kunden und Banken und Sparkassen bringen wird.

Mehr über die Studienergebnisse im Bericht von Michael Maisch und Roman Tyborski im Handelsblatt unter: Banken: Das langsame Sterben der Filiale

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Zugriff von Nicht-Banken auf Kontodaten

Bank- und Kontodaten behandeln viele Deutsche wie ein streng zu hütendes Geheimnis. Doch wenn es um’s einfache Bezahlen geht, fällt anscheinend die Hemmung, Kontodaten an Dritte weiterzugeben. Eine Studie der Beratungsgesellschaft PwC kommt zum Ergebnis, dass zwei von drei Deutschen Nicht-Banken den Zugriff auf ihr Kontodaten gestatten würden.

Quelle: faz.net Online-Banking: Deutsche vertrauen auch Nicht-Banken

Haspa gründet Beratungsgesellschaft

Auch Banken und Sparkassen diskutieren über neue Geschäftsmodelle. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) erweitert nun ihr Produktangebot für den Mittelstand und tritt mit einer unabhängigen Unternehmensberatung am Markt auf. Gemeinsam mit der Mittelstandsberatung Naves Corporate Finance GmbH gründete sie die CFC Corporate Finance Contor GmbH und bietet neben Finanzierungsberatung Leistungen zu Unternehmenskäufen und zur Unternehmensnachfolge an. Die Haspa will diese Leistungen mittelfristig auch anderen Sparkassen anbieten.

Quellen: Sparkassenzeitung „Neue Erlösquellen“ und Haspa Pressemitteilung

Strengere Vorschriften mit dem neuen Geldwäschegesetz

Zum 26. Juni 2017 ist das neue Geldwäschegesetz in Kraft getreten, es wurde am 23. Juni im Bundestag beschlossen und am 24. Juni im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das neue Gesetz führt zu einer Reihe von Änderungen für Banken, Sparkassen und weitere Finanzdienstleister aber auch für Unternehmen aus anderen Branchen. So sind zum Beispiel insbesondere Handwerksbetriebe und Händler betroffen: Autohändler, Juweliere und andere Händler hochpreisiger Waren sind nun schon bei Barbeträgen ab 10.000 Euro anstatt zuvor 15.000 Euro dazu verpflichtet, die Identifizierung der Geschäftspartner vorzunehmen.

Die Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz muss grundsätzlich mit einem Ausweis oder Pass vorgenommen werden, bei juristischen Personen anhand eines Auszugs aus einem amtlichen Register. Die Daten müssen notiert oder das Dokument muss kopiert werden, die Unterlagen sind fünf Jahre lang aufzubewahren. Neu ist auch die Einrichtung eines zentralen elektronischen Transparenzregisters, in dem die Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten in Unternehmen einsehbar sind. Außerdem wird aus der Zentralstelle für Verdachtsmeldungen beim Bundeskriminalamt (BKA) wird die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen bei der Generalzolldirektion, die ihrerseits dem Bundesfinanzministerium untersteht. Die nationalen Zentralen Meldestellen werden sich EU-weit vernetzen. Verstöße gegen das Geldwäschegesetz können teuer werden, das Bußgeld wird zum Beispiel bei schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen von bisher maximal 100.000 Euro auf 1 Million Euro erhöht. Bußgeldverfahren können künftig im Internet veröffentlicht werden, die so genannte „Prangervorschrift“.

Weitere Informationen zum neuen Geldwäschegesetz unter…

 

Europäischer Standard für Zugang zu Bankkonten geplant

Mit einem neuen offenen europäischen Standard für Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces, API) sollen Drittanbieter bei der Bereitstellung von Lösungen für Zahlungsstandards unterstützt werden. Ziel des gemeinsamen Standards ist es, die Komplexität des Kontenzugriffsverfahrens zu reduzieren und einen europaweit sicheren Zugang zu Bankkonten und Finanzdaten einzuräumen.

Quelle: Deutsche Kreditwirtschaft plant europäischen Standard für Zugang zu Bankkonten – IT Finanzmagazin

Führt Filialabbau zu weniger Kunden?

Viele deutsche Banken und Sparkassen reduzieren ihre Präsenz in der Fläche. Filialen werden geschlossen, mit anderen Filialen zusammengelegt oder in Automatenzweigstellen umgestaltet. So verringerte sich die Zahl an Zweigstellen laut Statistik der Deutschen Bundesbank allein in den letzten Jahren von über 36.000 im Jahr 2012 auf etwa 34.000 Filialen Ende 2015 (Quelle: Deutsche Bundesbank, Bankstellenbericht 2015).

Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen bringt nachdenkliche Töne in diese Entwicklung ein. Er ist davon überzeugt, dass jede Filiale, die geschlossen wird, zu einem Rückgang der Kunden führen werde. Mehr dazu im Interview von Peter Müller im Managermagazin der Sparkassen-Finanzgruppe unter: „Filialabbau ist Kundenabbau“

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Geld abheben im Supermarkt

Mit „barzahlen.de“ können Kunden Geld in Supermärkten abheben. Ein gutes Angebot für Kunden von Direktbanken, die keine stationären Filialen unterhalten. Mit den Sparda-Banken Nürnberg und Augsburg hat das FinTech „barzahlen.de“ nun die ersten Filialbanken überzeugen können, ihren Kunden diesen Dienst parallel zu Filialen und Geldautomaten anzubieten.

Quelle: it-finanzmagazin.de Erste Filialbank macht sich selber Konkurrenz: Spardabank lässt Kunden per barzahlen.de Geld abheben – IT Finanzmagazin

Schärfere Regeln für Video­-Ident-Verfahren

Das neue BaFin-Rundschreiben 3/2017 (GW) regelt detailliert die Verwendung des Video-Ident-Verfahrens und wird am 15. Juni 2017 in Kraft treten. In einem aktuellen Artikel stellt das „it-finfanzmagazin.de“ die vier wesentlichen Neuerungen für das Videoidentifizierungsverfahren vor: Schärfere Regeln für Video­Ident: WebID und IDnow nehmen Stellung zum BaFin-Rundschreiben 3/2017 – IT Finanzmagazin

Konto-Gebühren – ein möglicher Grund zum Wechsel der Hausbank

Gute Leistungen haben selbstverständlich ihren Preis. Doch wenn es um das liebe Geld geht, reagieren Kunden anscheinend empfindlich. Als zu hoch empfundene Kontogebühren können dann schnell zum Grund für den Wechsel der Bankverbindung werden.

Quelle: faz.net Deutsche wechseln öfter Bank wegen hohen Konto-Gebühren

„Robo Advice”: Zukunftsthema für Banken und Sparkassen

Die Digitalisierung ist in den Banken angekommen und greift auch in die Kernkompetenz der Beratung ein. Mit „Robo-Advice”, also auf Algorithmen und Computer-Intelligenz basierende Finanzberatung, können Kunden automatisiert Anlageempfehlungen oder Kreditangebote erhalten. „Robo-Advice“ muss der Kunde nicht ausdrücklich nachfragen. Durch die Nutzung spezieller Finanz-Apps oder Online-Plattformen aktiviert der Kunde einfach und bequem seinen „Robo Berater“.

Quelle: Bankenverband CeBIT-Trend „Robo Advice”: Zukunftsthema für Banken – und Kunden – Bankenverband